Mittlerweile wurde der Kamin gemauert. Die einzelnen Elemente wurden Stein für Stein aufeinander gesetzt und mit Mörtel verbunden. Der Kamin ist bis auf das Fundament im Keller nicht fest mit dem Haus verbunden ist (nirgendwo fest angemauert sondern freistehend), damit er bei minimalen Bewegungen des Haus kein Schaden nimmt.
Dieses Bild zeigt den Kamin "kurz" vor dem Dachdurchbruch. Aufgenommen in unserem Technikraum (=Dachboden). Eine Herausforderung wird noch das Dämmen unterm Dach hinterm Kamin sein. Eigentlich ist das Dämmen unsere Aufgabe (Eigenleistung), aber in diesen Spalt (im Bild nicht sichtbar, hinterm Kamin in Richtung Dach) passen gerade mal ein paar Finger. Gedämmt werden muss aber nicht seitlich am Kamin sondern dahinter. Eigentlich keine Aufwand, hätte man dies beim Aufstellen des Kamins gleich mitgemacht, nun aber schon. Mal sehen was sich die Firma MANN hier einfallen lässt.
Solange es noch möglich ist (keine Ziegel auf unserem Dach) genießen wir ab und zu die herrliche Aussicht von hier oben. Diesmal nutzten wir die Möglichkeit, um unseren neuen Kamin aus der Nähe zu begutachten.
Es ist ein raumluftunabhängiger Kamin von ERLUS, speziell bei Niedrigenergiehäusern mit luftdichter Hülle ein gewisser Vorteil (Stichwort: Unterdrucksensor). Aber nur wenn der verantwortliche Kaminkehrer mitspielt ...
So sauber wird der Kamin hoffentlich nicht mehr lange sein, denn wir wollen ja schnellstens unseren noch nicht vorhandenen, geschweige den ausgesuchten und gekauften Schwedenofen in Betrieb nehmen. Er soll mit großen Scheiben ausgestattet sein, sodass wir das Feuer vom kompletten Küchen/Essen und Wohnbereich einsehen könnten. Mal schauen wie weit sich unsere Wünsche realisieren bzw. finanzieren lassen.
Noch hat der Kamin eine weiße "Weste". Wie gesagt, hoffentlich nicht mehr sehr lange.
Dämmung, die zweite
Sonntag, den 15. August 2010 um 22:00 Uhr | Author: Oliver Niederer
Mit etwas Verspätung wieder ein Update zu unseren Dämmarbeiten. Mit dem OG sind wir eigentlich fertig (gewesen, dazu in den nächsten Tag mehr), aber die bebilderte Darstellung sind wir noch schuldig geblieben. Hier nun ein paar Impressionen rund um's Dämmen im Holzhaus.
Ganz wichtig wenn man sich die Arbeit nicht unwesentlich erleichtern möchte, ist ein akurates Ausmessen und Zuschneiden der Dämmmatten. Da die Sparen nicht im exakt gleichen Abstand zueinander verlegt worden sind und die Sparen selber auch nicht 100% geradlinig verlaufen, mußte für fast jede Matte genau Maß genommen werden. Denn kaum mehr wie 1 cm kann die Dämmmatte komprimiert bzw. gestaucht werden.
Nach kurzer Einschwingphase lief dies aber reibungslos und man bzw. meine Frau hatte den Bogen raus, wieviel sie zum absolut gemessenen Maß noch dazugeben mußte, um eine gut sitzende Dämmplatte zuzuschneiden.
Technisch wurden wir vom Aligator gut unterstützt.
Besonders kniffelige und zeitraubende Ecken beim Dämmen sind die schlecht zu erreichenden, schmalen im First sitzenden Spalten oder wie hier im Bild zu sehen, die Ecke, wo das Stabilisierungsband mit der Wand fixiert ist. Wichtig ist hier wirklich eine gute Dämmung des Metallbandes hinzubekommen, denn sonst holt man sich hier schnell eine Kältebrücke mit Kondensationsgarantie ins Haus.
Ich denke aber wir haben die Gefahr bestens gebannt.
Das Bild zeigt den Verlauf des Stabilisierungsbandes, aufgenommen in der Empore bzw. Technikraum (Dachboden)
Empore isoliert und die Dampfbremse fertig und luftdicht abgeklebt.
Das Bild zeigt unseren Flur im OG mit Rieselschutz, damit das spätere Anbringen der Installationsebene angenehmer und staubfreier vonstatten geht kann.
Der Übergang der Vario Dampfbremse vom Dach auf das Flachdach Gaube war seeeehr zeitaufwendig, da wir um die Balken herum abkleben mußten. Beim Abkleben haben wir sehr darauf geachtet, keine unnötigen Falze in die Folie einzubringen. Jede Überlagerung birgt die Gefahr, dass der Stoß bzw. Anschlußstelle nicht perfekt luftdicht abgeschlossen sind.
Regenbogen
Donnerstag, den 12. August 2010 um 17:55 Uhr | Author: Oliver Niederer
Nachdem uns und wahrscheinlich auch Euch der Regen die letzten Wochen nicht unbedingt immer viel Freude gemacht hat, so zeigte sich die Natur am Donnerstag (wieder nach einigen heftigen Regenschauern) diesmal durchaus spekakulär.
Auf der Heimfahrt konnten wir dieses beeindruckende Naturschauspiel von der Autobahn beobachten. Besonders beeindruckend waren dabei die abwechselnden Bereiche von sonnendurchfluteten Gebieten und Bereichen, wo es gerade augenscheinlich kräftig regnete. Das wahre Lichtspektrum kommt im Foto nur bedingt rüber, wir haben aber selten einen derart kräftig leuchtenden Regenbogen gesehen wie an diesem Tag.
Brunnenerstellung
Mittwoch, den 11. August 2010 um 18:06 Uhr | Author: Oliver Niederer
Am Mittwoch wurden von der Firma BauGrund Süd bei uns die Brunnen für unsere spätere Grundwasserpumpe erstellt. Es werden zwei Brunnen benötigt, ein Förderbrunnen und ein Schluckbrunnen. Die Brunnenerstellung ist genehmigungspflichtig, der Papierkram wurde aber komplett von der Firma BauGrund Süd übernommen.
Ich bin mir nicht ganz sicher wie die Technik genau heißt, mit der bei uns die Brunnen erstellt wurden. Ich denke aber es wird die Rammkernbohrung sein. Bei dieser wird mit Pressluft ein Rohr in den Boden gepresst und das Material Stück für Stück (bzw. Meter für Meter) aus dem Bohrkern entfernt. Dabei wird auch immer eine Probe entnommen, um den Erdaufbau zu erfassen und zu dokumentieren.
Anfahrt des "Bohrer's" zu unserem Grundstück
Die Fließrichtung des Grundstücks ist von Süd nach Nord (ganz grob formuliert), somit wird im Süden der Förderbrunnen erstellt. Im Abstand von ca. 10 m kann dann der Schluckbrunnen erstellt werden.
Obwohl das Grundwasser bei ca. 5-6 m anliegt, wird aus Sicherheitsgründen immer in eine größere Tiefe gebohrt. Bei uns werden die Brunnen eine Tiefe von 10 m haben.
Diese Rohre werden nach uns nach ins Erdreich gedreht, um den Brunnen zu erstellen. Ist die erforderliche Tiefe erreicht, werden sie wieder Stück für Stück herausgedreht.
Mit Pressluft und "sanften" Schlägen mit dem Vorschlaghammer wird das gelöste Erdreich aus dem Bohrkern herausgeschlagen. Dabei wird auch immer eine kleine Bodenprobe genommen.
Das Bedienfeld der Maschine. Eigentlich funktioniert an dieser Maschine fast alles hydraulisch. Selbst die Transportsicherung (Metalbügel) lässt sich hydraulisch heraus- und hereinfahren.
Und durstig ist die Maschine auch. Ich weiß zwar nicht genau wieviel Liter Diesel während der Brunnenbohrung verbraucht wurden, im Transportfahrzeug habe ich jedoch 6 große Kanister (schätze so die 20 L Edition) gesehen. In regelmäßigen Abständen wurde Kanister für Kanister in die Maschine gekippt. Ein Spritsparwunder ist sie also nicht, auf der anderen Seite brauchen wir sie auch hoffentlich nur ein einziges Mal.
Zum Schluß wurden der Raum zwischen Bohrloch und blauen PVC Rohr zuerst mit feinen Kieselsteinen und in den höheren Schichten mit gepressten Lehmgranulat verfüllt.
Unser Erdschichtenaufbau. Zuerst sehr lehmhaltig, dann aber mehr und mehr Kies. Gut so.
Nachdem der Erstellung des Förderbrunnen, wurde noch ein 2 stündiger Pumpenversuch gemacht. Dabei wird geprüft, ob entsprechend genügend Wasserreservern vorhanden sind (genügend Grundwasser nachfließen kann) und ob klares Wasser (möglichst frei von Sand) gefördert wird. Das Bild zeigt die Vorbereitungen zum Pumpenversuch. Am Ende von dem langen schwarzen Schlauch wurde später ein Feuerwehrschlauch angeschlossen.
Dämmung
Dienstag, den 10. August 2010 um 22:00 Uhr | Author: Oliver Niederer
Am Dienstag den 02.08. erhielten wir von Hr. Stetter eine ausführliche Einweisung in unsere Eigenleistungen. Wir haben uns aus freien Stücken dafür entschieden, einen Großteil unseres Urlaubs dafür investieren zu wollen. Nun, nachdem über die Hälfte des Urlaubs schon vorüber ist, müßen wir uns wohl korrigieren - der kompletten Urlaub (plus noch einiges mehr) wird für Eigenleistungen draufgehen. Aber wir wissen ja, für wen wir's machen.
Wir sind gerade dabei das Dach mit der Holzisolierung zu dämmen. Pro Paket sind immer zwei Platten mit einer Größe von ca. 150 x 22 cm enthalten. Diese müssen auf das richtige Zwischensparrenmaß mit einem Aligator (im Prinzip ein elektrisches Brotmesser) zugeschnitten werden. Da die Sparren nicht immer exakt den gleichen Abstand zueinander haben, müssen wir zur Sicherheit jede Platte separat ausmessen. Unsere anfängliche Meinung, man(n) könne die Platten ja mit entsprechendem Krafteinsatz zwischen die Sparren drücken, ist leider falsch. Maximal 0,5 cm lassen sich durch kräftiges Drücken gewinnen, mehr ist leider nicht drin. Zudem arbeiten wir im Dachspitz auf ordentlichen Höhen, da drückt es sich von Natur aus etwas bescheidener. Sauberes Ausmessen und exaktes, geradliniges Zuschneiden ist demnäch entscheidend über Erfolg oder Frust.
Heute haben wir zum Glück von der Firma MANN noch ein paar Böcke mit Böden bekommen. Damit haben wir eine Arbeitsbühne von ca. 3 m Höhe. Die gesamte Konstruktion wackelt zwar ordentlich hin und her, soll aber Dank der breiten Füße nicht umzuschmeißen sein. Darauf setzen wir dann noch unsere 7-Stufen Leiter und reichen dann bis zum Dachfirst. Nichts für schwache Nerven oder Bauherren mit Höhenangst.
Unser Ziel ist es, das komplette Dach bis zum Wochenende fertig gedämmt und mit der Dammbremse verschlossen zu haben.
Unser bisheriges Fazit bzw. Empfehlung: Das Zuschneiden der Dämmplatten und speziell auch das Anbringen der Dämmung zwischen den Sparren ist äußert staubig und empfiehlt sich daher nicht unbedingt Bauherren, die asthmatische oder allergische Probleme haben. Bei mir führte dieser "Feinstaub" zu einem allergischen Ausschlag an Händen, Unterarmen und im Bereich des Halses. Außerdem muss man oft in "luftigen Höhen" ungewohnte Arbeit verrichten, dies birgt ein nicht zu unterschätzendes Unfallrisiko. Also im Zweifel lieber von den Fachleuten der Baufirma durchführen lassen. Wir glauben mittlerweile, dass dies gut investiertes Geld ist.
Den nächsten Bericht, dann aber wieder mit vielen staubigen Luftaufnahmen und einer fertig gedämmten Decke, gibt es daher erst am kommenden Sonntag, den 15.08.2010.